Beispiel

Als Beispiel sei hier ein Möbelhaus genannt. Möbelhäuser haben große Grundflächen, so daß hier teilweise 20 oder mehr Lautsprecher gleichmäßig über die Fläche verteilt eingebaut werden müssen.
Wir betrachten im folgenden eine Anlage mit 16 Lautsprechern, die an einen 8-Ohm-Verstärker angeschlossen werden sollen.
Werden hier 8-Ohm-Lautsprecher verwendet, so muß dafür gesorgt werden, daß die Ausgangsimpedanz des Verstärkers nicht unterschritten wird. Daher ist es nicht möglich, alle 16 Lautsprecher parallel zu schalten. Das würde ein Gesamtimpedanz von 0,5 Ohm ergeben, wodurch der Verstärker total überlastet und zerstört werden würde. Also müssen die Lautsprecher durch Reihen- und Parallelschaltung so verschaltet werden, daß die Mindestimpedanz des Verstärkers nicht unterschritten wird. In unserem Beispiel sieht das so aus:
Was hier auf der Zeichnung so einfach aussieht, bedeutet in einer 1000 m⊃2;; großen Halle einen erheblichen Verkabelungsaufwand, denn entweder müssen alle Lautsprecherleitungen zu einem zentralen Punkt gelegt werden oder es wird direkt am Lautsprecherverdrahtet.
Durch diese Anschlußart wird die Verkabelung sehr unübersichtlich und bedeutet im Servicefall einen hohen Aufwand. Der eigentliche Schwachpunkt ist, daß nach dieser Art der Lautsprecheraufteilung alle Lautsprecher die gleichen Leistungsdaten haben müssen, da einzelne Lautsprecher sonst überlastet werden.
Wenn hier ein Lautsprecher ausfällt, fallen gleich 3 weitere Lautsprecher mit aus. Außerdem ist eine derartige Lautsprecheranlage nur sehr schwer zu erweitern.

Problembehebung

Werden Lautsprechersysteme mit eingebautem oder vorgeschaltetem Übertrager verwendet, so können alle Lautsprecher parallel geschaltet werden. Jeder Lautsprecher entnimmt der 100-V-Leitung nur die am Trafo eingestellte Leistung. Dadurch ist es problemlos möglich, Lautsprecher verschiedener Leistungen zusammenzuschalten.
Die Gesamtleistung errechnet sich aus der Summe aller angeschlossener Lautsprecher.

Ein Beispiel:
Es soll eine Sportanlage beschallt werden. Dazu werden folgende Lautsprecher vorgesehen:

2 x15 W für die Außenanlage
4 x15 Wfür die Halle
6 x2 W für die Umkleide- und Sanitärräume
Das ergibt eine benötigte Gesamtleistung von 102 W.
Bei der Auswahl des Verstärkers ist nun darauf zu achten, daß der als maximale Ausgangsleistung angegebene Wert höher ist, als die benötigte.
In unserem Rechenbeispiel wäre ein PA-1200 mit einer maximalen Ausgangsleistung von 170 W einsetzbar.


Wir empfehlen eine Reserve bei der Verstärkerleistung mit einzuplanen, damit spätere Erweiterungen problemlos durchgeführt werden können.

Autor:

Ralph Lieske - Lieske-Elektronik